Geschichte

 

Geschichte Kunstrad und Radball

Wir tun gut daran, die Geschichte des Kunstradfahrens und das Radballs mit Nicholas Edward Kaufmann, einem 1861 in Rochester, New York (USA) geborenen und 1943 in Berlin verstorbenen Amerikaner, beginnen zu lassen. Er, dessen Vater aus der Schweiz eingewandert war, besaß neben seinem sportlichen Geschick in reichem Maße kreativ-künstlerische und kaufmännisch-organisatorische Talente, so dass er zum umjubelten Wegbereiter des Saalradsportes werden konnte.

Das Fahrrad, ob als Hochrad oder Einrad, forderten den guten Schwimmer, Turner und Rollschuhläufer Nick Kaufmann von Anfang an heraus, mit ihm akrobatische Tricks zu probieren. Diese einem großen Publikum zu zeigen, boten sich die Pausen während der längst populär gewordenen Radrennen an. Nachdem am 31. Mai 1868 das erste Radrennen in Paris ausgetragen worden war, verbreitete sich der Radrennsport rasch in Europa und Nordamerika und mit ihm auch Versuche, auf der eisenbeschlagenen „Michauline“ Übungen, wie sie aus dem Turnen bekannt waren, zu präsentieren. Darstellungen eines Übungssaals für Vélocipèden in Paris von 1869 und eines Saalradsportfestes des Magdeburger Velocipeden-Clubs im Jahr 1874 legen davon Zeugnis ab.

1888 sicherte sich Nick Kaufmann die Weltmeisterschaft im „Professional Cycle Trick Riding“. Nick Kaufmann gilt auch als der Vater des Radballs. Die Geschichte von dem Mops, der ihn 1893 anregte, mit dem Rad einen Ball zu spielen, mag gut erfunden sein, „des Pudels Kern“ birgt sie möglicherweise aber doch.

(von Norbert Diehl, Leiter des Rheinhessischen Fahrradmuseums)